Die Blutegeltherapie war schon 500 v. Chr. in Indien und 200 v. Chr. in Griechenland bekannt. Im Mittelalter dann setzte sich die Blutegeltherapie in Europa durch und gilt auch in der Neuzeit als Ausleitungsverfahren im Sinne eines sehr sanften und langsamen Aderlasses.

Ihre Wirkung beruht auf den in den Halsdrüsen des Blutegels produzierten Wirkstoffen. Sie hemmen die Blutgerinnung, beschleunigen den Lymphstrom, wirken der Bildung von Thromben entgegen, fördern indirekt die Immunabwehr, fördern die lokale Erweiterung der Gefäße, wirken dadurch gefäßkrampflösend und verbessern die Durchblutung. Durch den Blutverlust, insgesamt bis zu ca. 50ml, wirkt die Blutegeltherapie entstauend, blutverdünnend, entzündungshemmend, sie leitet Toxine (Gifte) und Stoffwechselschlacken aus.

Eingesetzt wird die Blutegeltherapie bei entzündlichen Erkrankungen, wie chronischer Sinusitis, chronischer Mittelohrentzündung, venösen Erkrankungen wie Krampfadern, akuter Thrombophlebitis, Ulcus cruris und Hämorrhoiden. Aber auch bei Gelenkerkrankungen wie Rheuma, akuter Gichtanfall und Distorsion oder lokalen Infektionen wie Furunkeln oder Augenerkrankungen können Blutegel verwendet werden. Empfohlen wird die Blutegeltherapie auch bei Gefäßspasmen wie Migräne oder Kreislaufstörungen wie Bluthochdruck.

Bei Stoffwechselerkrankungen, Allergien oder Neuralgien außer der Herpes-Zoster-Neuralgie (Gürtelrose) sind nur geringe Erfolge verzeichnet.

Wie alle Therapien sind auch Blutegel nicht immer und überall einzusetzen, d.h. auch hier gibt es Kontraindikationen z.B. bei Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, an einer Lebererkrankung, an Diabetes mellitus oder arterieller Verschlußkrankheit leiden, 3 Tage vor oder nach einer Zahnextraktion oder einer OP stehen oder Hauterkrankungen an den vorgesehenen Bißstellen aufweisen.

Zur Therapie müssen Sie unbedingt Zeit mitbringen, denn für ihre Arbeit brauchen die kleinen Helferchen Ruhe und Halbdunkel und Zeit, d.h. 10 Min. bis 2 Std. Nach Entfernung der Blutegel müssen Sie noch bis zu 4 Std. ruhen, denn so lange dauert die Nachblutung.

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